AG DOK Panel DOK Leipzig 2022

AG DOK Panel: Die ARD nach der „Krise im RBB“

Mit den Folgen des Skandals beim RBB beschäftigte sich die AG DOK in einer Paneldiskussion, am 18.10.22 im Rahmen von DOK Leipzig, in der es um die Reformen der Aufsichtsgremien ging. Ziel soll es sein, ein systemisches Versagen dieser Art in Zukunft zu verhindern. In der hochkarätig besetzten Runde wurde deutlich, dass an solchen Reformen schon länger gearbeitet wird, um die Transparenz von Rundfunk- und Verwaltungsräten zu erhöhen. Die Sender setzen diese jedoch sehr unterschiedlich um und letztlich bleiben Forderungen nach Transparenz und Qualität schwammige Begriffe.

AG DOK Panel: Die ARD nach der sogenannten “Krise im RBB” (v.l.n.r.) Dominik Speck, Petra Schmitz, Oliver Schenk, Vera Linß, Goggo Gensch und Tabea Rößner

Sachsens Medienstaatsminister Olaf Schenk (CDU) sieht die Verantwortung stärker bei den entsendenden Organisationen, um ein Umdenken der Gremienarbeit herbeizuführen: „Die Rundfunkräte müssen mit Menschen besetzt sein, die sich da richtig einarbeiten”, so Schenk: „Die gesellschaftlichen Institutionen müssen Leute entsenden, denen sie das auch zutrauen […]“. Tabea Rößner (B90/Die Grünen) forderte eine Unabhängigkeit der Gremien von den Intendanzen, denn kritische Distanz sei in diesem Fall notwendig.

Alice Agneskirchner AG DOK Panel DOK Leipzig 2022Alice Agneskirchner vom AG DOK Vorstand plädierte außerdem für eine Vertretung der Dokumentarfilmbranche und deren Publikum in Rundfunk- und Fernsehräten. Durch Know-How und das Einbeziehen der Branche würden sich momentan noch bestehende Defizite nachhaltig kompensieren lassen. Die AG DOK spricht sich deshalb für eine Erweiterung der Gremien, insbesondere der Rundfunk- und Fernsehräte, auf inhaltlicher, finanzieller und personeller Ebene aus.

Die Diskussion machte deutlich, wie langwierig Reformen sind und wie schwierig es sein wird, die Bevölkerung von der Notwendigkeit und wichtigen Funktion des öffentlich-rechtlichen Systems zu überzeugen. Denn darum müsste es eigentlich gehen. Dies wird auch in anderen Ländern wie Frankreich und England längst in Frage gestellt.

Hier geht’s zur Pressemitteilung der AG DOK.

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