DOKVILLE 2022 – „Dokumentarfilm. Investigativ.“

23. und 24. Juni 2022 in Stuttgart & online

Am 23. und 24. Juni 2022 veranstaltete das Haus des Dokumentarfilms seinen jährlichen Branchentreff DOKVILLE. Er fand im Hospitalhof Stuttgart statt und beleuchtete u. a. die Schnittstellen zwischen investigativem Journalismus und Dokumentarfilm. Auch Doku-Serien rückten in den Fokus. Für Gäste, die nicht vor Ort sein konnten, wurde die Veranstaltung via Livestream übertragen.

Impressionen, Hintergründe und mehr gibt’s hier:

DOKVILLE Fotogalerien

Hier finden Sie eine Auswahl der schönsten Fotos sowie Nachberichte zu den Panels, Vorträgen und Case Studies.
Alle Fotos © Günther Ahner/HDF, sofern nicht anders angegeben.

DOKVILLE Tag 1 

DOKVILLE Tag 2

Berufsverband der „German Researchers und Archive Producers e.V.“ (GRAP) gegründet

Am 15. September 2022 wurde GRAP als Interessenvertretung von Researchern und Archive Producern in Deutschland ins Leben gerufen.

Der Verband hat es sich laut eigener Aussage zur Aufgabe gemacht, die Zukunft der Profession auf einer gemeinsamen Plattform zu gestalten, den Austausch innerhalb der Berufsgruppe zu ermöglichen und damit die branchenübergreifende Vernetzung zu fördern. Michael Konstabel (3. v. l.), Monika Preischl (4. v. l.) und Julian Nindl (5. v. l.) wurden zu Vorstandsmitgliedern gewählt. 

GRAP stellt sich im Rahmen des DOK Archive Market am 20. Oktober 2022 bei DOK Leipzig vor; Mitglieder bieten an diesen Tag auch kostenfreie Projektberatungen an. 

Screenshot aus einem Schnitt-Programm

Braucht der Dokumentarfilm eine separate Postproduktionsförderung?

Bundesverband Filmschnitt und Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm planen Workshop mit MFG-Filmförderung im November 2022

Die Qualität von Dokumentarfilmen wird maßgeblich durch ihren Schnitt geprägt. Aus oftmals hunderten Stunden Rohmaterial entsteht im Schneideraum die filmische Erzählung mit ihrer Dramaturgie, Gestaltung und Haltung. Deshalb ist die Montage essenziell für den Erfolg dieser Filme. Doch gerade am Ende einer Produktion geraten viele Produzent:innen unter finanziellen Druck. Das wirkt sich gerade in den Budgets für den Schnitt aus, stellt der Bundesverband Filmschnitt (BFS) in seiner Untersuchung zu Arbeitszeiten und Vergütung beim Dokumentarfilm fest, die er bei DOKVILLE 2021 vorstellte. Eine chronische Unterbezahlung von Editor:innen beim langen, unformatierten Dokumentarfilm sei die Folge. Aus der Untersuchung hat der BFS ein Forderungspapier entwickelt. 

Mit der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) sowie der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) möchte der Verband die oft prekären Arbeitsbedingungen von Editor:innen verbessern. Dabei stellen sich Fragen nach bspw. der Kalkulation und wie die Postproduktion sinnvoll gefördert werden könnte.

Geplant ist ein Online-Treffen der drei Institutionen (AG DOK, BFS, MFG) am 3. November 2022 um 16 Uhr. 

AG DOK-Vorsitzender David Bernet appelliert an alle Interessierten aus den Bereichen Edition und Produktion, sich bei dem Workshop mit ihren Erfahrungen einzubringen und sich bereits im Vorfeld an dessen Vorbereitung zu beteiligen. Anmeldung und Input per E-Mail erbeten an [email protected].

„Das Hamlet-Syndrom“ in Locarno ausgezeichnet

Elwira Niewiera und Piotr Rosołowski haben den Hauptpreis der Semaine de la critique in Locarno für „Das Hamlet-Syndrom“ erhalten! Diese wird vom schweizerischen Verband der Filmjournalisten in Zusammenarbeit mit dem Direktor und den Organisatoren des Filmfestivals von Locarno (3. bis 13.8.22) kuratiert. Sie hat eine eigene Jury und vergibt mehrere Preise. Die polnisch-deutsche Produktion (mit SWR/Arte) wurde bereits im Frühjahr mit dem vom Haus des Dokumentarfilms gestifteten Roman Brodmann Preis für einen herausragenden politischen Dokumentarfilm gewürdigt. 

Hintergründe zu „Das Hamlet-Syndrom“

In „Das Hamlet-Syndrom“ konfrontieren sich fünf Frauen und Männer in einer Theaterinszenierung in Kyiv mit den teils traumatischen Gewalterfahrungen der „Generation Maidan“. Der Dokumentarfilm wurde kurz vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine fertiggestellt und ist heute aktueller denn je. 

Frank Rother hat mit den Filmschaffenden über ihre Arbeit und Intention gesprochen. Das Video wurde für DOKVILLE 2022 produziert.

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Programmheft 

Dokville_Programmheft2022_Cover
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Spotlights

Im Fokus standen investigative Langformate und Doku-Serien. Podiums­gespräche widmeten sich den Bedingungen aufwändiger und zeitintensiver Recherchefilme, der Zusammenarbeit mit Whistleblowern, Faktenchecks, Fake News und Propagandalügen und schließlich der ­Finanzierung investigativer Doku-Formate.

Am ersten Tag waren Case Studies zu den Dokumentarfilmen „Hinter den Schlagzeilen“, Auf der Spur des Geldes“ „#Dieselgate“ und „Wirecard – Die Milliardenlüge“ eingeplant. Der zweite Tag stellte neue Doku-Serien wie „Reeperbahn Special Unit 65“ zur Diskussion. Die High-End-­Pro­duktion für die ARD Mediathek wurde 2022 als erstes non-fiktionales Format auf die Berlinale-Serientage eingeladen. Ebenfalls im Programm waren exklusive Werkstatt-Einblicke: u. a. sprachen Nicola Graef und Lena Scheidgen (Lona • media) sowie die verantwortliche Redakteurin Dr. Gudrun Hanke El-Ghomri (SWR/ARTE) über die neue True-Crime-Doku-Serie „Sie musste sterben“. Zu sehen waren Auszüge aus dem Rohschnitt; Release ist im Herbst geplant.  

Regisseur und Drehbuchautor Daniel Harrich (u. a. „Bis zum letzten Tropfen“) war Special Guest. Er gab im Talkformat „Im Gespräch mit …“ Auskunft über seine Arbeitsweise und investigativen Langzeitrecherchen. 

Beim diesjährigen Branchentreff DOKVILLE stand Matt Sarnecki Rede und Antwort zu seinen investigativen Dokumentarfilmen, darunter das brandaktuelle Werk "Tödliche Recherchen – Der Mord an Ján Kuciak" ("The Killing Of A Journalist"). Kuciaks Recherchen konzentrierten sich auf die Aufdeckung von Korruption in der Slowakei. Als die Polizeiakten der Mordermittlung Journalisten zugespielt wurden, lösten sie ein politisches Beben aus.

TV-Premiere von "Tödliche Recherchen – Der Mord an Ján Kuciak" am 23.8.2022, 23:05 Uhr, auf Arte (in der Mediathek bis 20.11.22)

Highlights der vergangenen DOKVILLE Ausgaben

Unser Rückblick enthält die Höhepunkte unseres Branchentreffs, der seit 2005 stattfindet, darunter zahlreiche Videos von Panel-Diskussionen und Interviews, Keynotes und Hintergrundartikel. 

Haus des Dokumentarfilms

Veranstalter des Branchentreffs DOKVILLE ist das Haus des Dokumentarfilms (HDF).

Ziel des HDF ist es, den dokumentarischen Film zu fördern. Ein umfassendes Bild des Genres liefern Online-Plattformen wie dokumentarfilm.info und DOKsite, die Kinoreihe DOK Premiere sowie Meisterklassen und Workshops. Dem HDF angegliedert ist zudem die Landesfilmsammlung Baden-Württemberg, ein einzigartiges Archiv für historische Filme aus dem Südwesten (mehrheitlich Amateuraufnahmen sowie Werbefilme).

Mehr über das Haus des Dokumentarfilms finden Sie auf unserer Homepage und in unserer Broschüre, die Sie mit einem Klick aufs Bild rechts runterladen können.

Broschüre

Broschuere_HDF_2022_Cover
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