PROGRAMM DOKVILLE 2026

DOKVILLE, der Branchentreff des Hauses des Dokumentarfilms, findet dieses Jahr am 18. und 19. Juni im Hospitalhof Stuttgart statt. Das Schwerpunktthema 2026 lautet: DEMOKRATIE UNTER DRUCK – IST UNSERE ZIVILGESELLSCHAFT AM ENDE? In Keynotes, Panels und Case Studies beleuchten wir die Gefahrenpotenziale, denen unsere Demokratie in wachsendem Maße ausgesetzt ist. Wer nicht vor Ort ist, kann DOKVILLE im Livestream verfolgen. 

Zivilgesellschaften geraten weltweit zunehmend unter Druck. Die Folge ist ein Vertrauensschwund in demokratische Institutionen, der sich in immer mehr Ländern beobachten lässt. Vorangetrieben wird diese Erosion durch einen aggressiven Populismus über digitale Plattformen, mit dem Ziel, demokratische Normen systematisch zu destabilisieren. Strategisch eingesetzte Diffamierung und Steuerung von Informationen durch Algorithmen untergraben die Glaubwürdigkeit seriöser Medien und des demokratischen Diskurses.

Welche Antworten können, ja, müssen die der Demokratie verpflichteten Institutionen auf dieses radikale Infragestellen unserer Gesellschaftsform finden? Wie bewahrt unsere Gesellschaft auch künftig Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte wie Meinungs- und Pressefreiheit? Darüber diskutieren renommierte Filmschaffende, Journalist:innen und Expert:innen aus Politik und Wissenschaft bei DOKVILLE 2026

Donnerstag, 18. Juni 2026

10.15 Uhr Panel

Demokratie in Gefahr – Aufklärung am Ende?


Stephan Lamby ist Journalist, Regisseur, Autor und Produzent. Seit 25 Jahren bildet er mit seinen ARD-Dokumentationen die Entwicklungen der deutschen und internationalen Politik ab. In seinen Filmen geht es um die Organisation von Macht in all ihren Formen. Lamby wurde vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, dem Bayerischen Fernsehpreis und dem STERN-Preis.

Paul Ronzheimer arbeitet als stellvertretender Chefredakteur sowie Kriegs- und Krisenreporter für BILD. Seit 2023 ist er das „markenübergreifende journalistische Gesicht“ für Axel Springer und berichtet auch für WELT TV und POLITICO. In seinem Podcast RONZHEIMER spricht er regelmäßig über seine Arbeit, etwa in Krisengebieten wie der Ukraine und Israel, und diskutiert mit Gästen aus Politik und Journalismus über aktuelle Themen.

Düzen Tekkal ist Autorin, Journalistin, Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin. Gemeinsam mit ihren Schwestern gründete sie 2015 den Verein HÁWAR.help, um auf den Völkermord an den Jesid:innen aufmerksam zu machen. Heute setzt die Menschenrechtsorganisation Entwicklungs- und Bildungsprogramme im Irak, in Syrien und Deutschland um und engagiert sich international in der Aufklärungs- und Bildungsarbeit. In ihrem Buch und der gleichnamigen Bildungsbewegung GermanDream setzt Tekkal sich für ein wertebasiertes Deutschland und gegen Extremismus ein. Für ihr Engagement wurde sie mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter mit dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Nathalie Wappler ist Vorsitzende des 2026 gegründeten Medienrates für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland und war bis April 2026 Direktorin von Schweizer Radio und Fernsehen SRF und stellvertretende Generaldirektorin SRG SSR. Davor verantwortete sie als Programmdirektorin des MDR in Halle das TV-, Radio- und Online-Programm in den Bereichen Kultur, Jugend, Bildung und Wissen und war Vorsitzende der ARD-Hörfunkkommission. Zu Beginn ihrer Karriere arbeitete sie bei 3sat/ZDF. Dann wechselte sie zum damaligen Schweizer Fernsehen SF zunächst als Redakteurin und Redaktionsleiterin; von 2011 bis 2016 war sie Kulturchefin SRF.

Katharina Willinger leitet seit 2023 das ARD-Auslandstudio in Istanbul und bereits seit 2020 das ARD-Büro in Teheran. Aus der Türkei und Zypern berichtete sie als Korrespondentin seit 2017, häufig aus Krisenregionen, etwa dem syrisch-türkischen Grenzgebiet. Regelmäßig reiste sie in den Iran, zum Beispiel im Herbst 2024 während der iranischen Angriffe auf Israel und nach dem Ende des Zwölftagekrieges im Juni 2025. Derzeit beobachtet sie die Lage im Iran aus dem Studio Istanbul. 2024 erhielt Willinger einen Grimme-Preis und wurde 2025 mit dem Hans-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet.

Fritz Frey ist Journalist und war mehr als 20 Jahre Chefredakteur beim SWR sowie Moderator und Gesicht des ARD-Politmagazins „Report MAINZ“. Er begann seine Laufbahn als Reporter beim „heute journal“ des ZDF, bevor er 1996 zum SWR wechselte und dort ab 1998 als Redaktionsleiter und Abteilungsleiter Inland tätig war.

© Piraya Film / Vincent Productions

11.30 Uhr

Keynote

Prof. Dr. Joachim Gauck, Bundespräsident a. D. ist Theologe, Politiker und Publizist. Als Pastor leitete er 1989 die Friedensgebete; er war Sprecher der Bürgerbewegung NEUES FORUM in Rostock und 1990 Abgeordneter der ersten frei gewählten Volkskammer. Ein Jahrzehnt war er Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Am 18. März 2012 wurde Joachim Gauck von der Bundesversammlung zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Seine Amtszeit endete 2017.

11.50 Uhr Gespräch

Demokratie unter Druck

Prof. Dr. Joachim Gauck, Bundespräsident a. D. ist Theologe, Politiker und Publizist. Als Pastor leitete er 1989 die Friedensgebete; er war Sprecher der Bürgerbewegung Neues Forum in Rostock und 1990 Abgeordneter der ersten frei gewählten Volkskammer. Ein Jahrzehnt war er Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Am 18. März 2012 wurde Joachim Gauck von der Bundesversammlung zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Seine Amtszeit endete 2017.

Rainald Becker war von 2009 bis 2016 stellvertretender Studioleiter und stellvertretender Chefredakteur Fernsehen im ARD-Hauptstadtstudio und moderierte u. a. den BERICHT AUS BERLIN. Von 2016 bis 2021 war er ARD-Chefredakteur sowie Koordinator für Politik, Gesellschaft und Kultur in der ARD-Programmdirektion in München. Zuletzt war Rainald Becker Chefkorrespondent des SWR und leitete in dieser Funktion das ARD-Auslandsstudio in Genf. Seit 2024 ist er als freier Journalist, Autor und Berater tätig.

12.30 Uhr

Zwischenruf

Prof. Dr. Kai Gniffke ist seit September 2019 Intendant des Südwestrundfunks. Von Januar 2023 bis Dezember 2024 war er Vorsitzender der ARD. Er begann seine journalistische Karriere 1992 beim vormaligen SWF und wechselte 2003 zu ARD-aktuell nach Hamburg. Von 2006 bis 2019 war er Erster Chefredakteur von ARD-aktuell.

12.45 Uhr Case Study

Elon Musk Uncovered: Das Tesla-Experiment

Yara Hueck-Costa arbeitet seit mehreren Jahren für beetz brothers film production als Producerin. Sie verantwortet vor allem investigative Produktionen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Streaming-Plattformen und Kino, darunter Formate in deutscher, portugiesischer und spanischer Sprache. Zu ihren Arbeiten zählen preisgekrönte Doku-Serien wie JUAN CARLOS – LIEBE, GELD, VERRAT (2022) und GEFÄHRLICH NAH – WENN BÄREN TÖTEN (2023). Zuletzt feierte ELON MUSK UNCOVERED: DAS TESLA-EXPERIMENT (2025) Weltpremiere auf der IDFA.

Felix Kempter ist seit 2021 Executive Producer bei Sky Deutschland und verantwortet Sky Original Dokumentationen wie JUAN CARLOS – LIEBE, GELD, VERRAT (2022), GERMANWINGS – WAS GESCHAH AN BORD VON FLUG 9525? (2025) und DAS NAZI-KARTELL (2025) sowie ARD-Sky-Koproduktionen wie ELON MUSK UNCOVERED: DAS TESLA-EXPERIMENT (2025).

Julia Klüssendorf ist seit 2023 Produktverantwortliche für ARD Doku/Dokfilm beim HR. Von 2007 bis 2012 arbeitete sie als Redakteurin und stellvertretende Redaktionsleiterin bei ARD-aktuell/Tagesschau. Seit 2013 war sie Redakteurin und Filmautorin von ARD-Dokumentationen beim HR, schließlich HR-Abteilungsleiterin für Politik/Gesellschaft sowie von 2019 bis 2020 als Autorin im ARD-Studio Singapur tätig.

Anne von Petersdorff-Campen, PhD ist preisgekrönte Dokumentarfilmerin, Autorin und Produzentin bei beetz brothers film production. Sie hat an mehreren internationalen Doku-Serien und Spielfilmen mitgewirkt, darunter THE FORUM (2019), NISMAN: THE PROSECUTOR (2020), THE PRESIDENT AND THE SPY (2020) und REEPERBAHN – SPECIAL UNIT FD65 (2022). Nach ihrem Regiedebüt mit der vielbeachteten Doku-Serie JUAN CARLOS – LIEBE, GELD, VERRAT (2023) war sie zuletzt als Produzentin und Ko-Autorin an der investigativen Dokumentation ELON MUSK UNCOVERED: DAS TESLA EXPERIMENT (2025) beteiligt.

Andreas Pichler ist preisgekrönter Regisseur und Autor (u. a. Grimme-Preis, Prix Italia, Prix Europe-Nominierung). Bekanntheit erlangte er mit vielbeachteten Dokumentarfilmen wie DAS VENEDIG PRINZIP (2012), DAS SYSTEM MILCH (2017), ALKOHOL – DER GLOBALE RAUSCH (2019) und GEFÄHRLICH NAH – WENN BÄREN TÖTEN (2023). Seine international produzierten Filme sind im Kino und im Fernsehen zu sehen und werden weltweit auf Festivals gezeigt.

Katharina Thoms ist Journalistin für Radio, Online und TV. Seit 2025 ist sie Hauptstadtkorrespondentin bei Deutschlandradio. Sie startete ihre journalistische Karriere als freie Autorin, volontierte 2009/10 beim SWR und wechselte 2020 als landespolitische Korrespondentin für Baden-Württemberg zum Deutschlandradio. Ihre Podcast-Serie „Mensch Mutta“ wurde 2019 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

© picture alliance ASSOCIATED PRESS/ Evan Vucci

14.30 Uhr 

Impuls 

Paulina Fröhlich ist Senior Expert im Programm „Demokratie und Zusammenhalt“ bei der Bertelsmann Stiftung. Zuvor arbeite sie von 2018 bis 2025 beim Berliner Think Tank „Das Progressive Zentrum“. Dort leitete sie den Programmbereich „Resiliente Demokratie“ und verantwortete seit 2019 die Großkonferenz „Innocracy“. Nach dem Studium (Geografie, Islamwissenschaft und Wassermanagement) war Fröhlich Mitgründerin und Pressesprecherin der Initiative „Kleiner Fünf“, einer zivilgesellschaftlichen Bewegung, die Menschen darin unterstützt, radikalpopulistischen Parolen entschieden und respektvoll zu begegnen.

14.45 Uhr Panel

Wieviel Gerechtigkeit braucht Demokratie?

Güner Yasemin Balcı ist Journalistin und Filmemacherin. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind die Herausforderungen der Einwanderungsgesellschaft. Dazu realisierte sie für ARTE, die ARD und das ZDF vielbeachtete Reportagen und Dokumentarfilme wie DER JUNGFRAUENWAHN (2016), DIE GROßE REISE – SEYRANS ATEȘ UND DER WEG ZU EINEM REFORMIERTEN ISLAM (2019) oder UNSER NACHBAR, DER NEONAZI (2024). Balci schreibt u. a. für DIE ZEIT, den SPIEGEL und die „Stuttgarter Nachrichten“. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher; zuletzt erschien 2025 das autobiografisch konturierte Sachbuch „Heimatland. Zähne zeigen gegen die Feinde der Demokratie“. Seit 2020 ist Balcı Integrationsbeauftragte für den Berliner Bezirk Neukölln und seit 2025 Mitglied des Beraterkreises Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung des BMI.

Dr. Dietmar Bartsch ist Wirtschaftswissenschafter und Mitglied des Deutschen Bundestages für Die Linke. Von 2015 bis 2023 war Bartsch Vorsitzender der Linksfraktion im Deutschen Bundestag. Politisch setzt er sich für soziale Gerechtigkeit, bezahlbares Wohnen, höhere Löhne und Renten, Entlastungen bei Energiekosten, das Deutschlandticket sowie die Einführung einer Milliardärssteuer ein. Bartsch ist im Vorstand der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft e.V.

Paulina Fröhlich ist Senior Expert im Programm „Demokratie und Zusammenhalt“ bei der Bertelsmann Stiftung. Zuvor arbeite sie von 2018 bis 2025 beim Berliner Think Tank „Das Progressive Zentrum“. Dort leitete sie den Programmbereich „Resiliente Demokratie“ und verantwortete seit 2019 die Großkonferenz „Innocracy“. Nach dem Studium (Geografie, Islamwissenschaft und Wassermanagement) war Fröhlich Mitgründerin und Pressesprecherin der Initiative „Kleiner Fünf“, einer zivilgesellschaftlichen Bewegung, die Menschen darin unterstützt, radikalpopulistischen Parolen entschieden und respektvoll zu begegnen.

Sebastian Krumbiegel ist Musiker und Frontmann der Band „Die Prinzen“, Solokünstler und Autor. Krumbiegel engagiert sich öffentlich für Demokratie, Frieden und Menschenrechte. Er positioniert sich gegen Rechtsextremismus, rassistische und nationalistische Ideologien, tritt bei Gegendemonstrationen auf, unterstützt demokratische Bündnisse wie das Leipziger Musikfestival „Courage Zeigen“ (vorher: „Rock gegen Rechts“), das „Bündnis Dresden Nazifrei“ oder den „Flüchtlingsrat Leipzig e.V.“

Boris Palmer ist seit 2007 Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen. 2014 und 2022 wurde er wiedergewählt. Er will Tübingen bis 2030 klimaneutral machen. Von 2001 bis 2007 war er im Landtag von Baden-Württemberg, zuletzt als stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Fraktion. Palmer studierte Mathematik und Geschichte in Tübingen und Sydney, ist Autor mehrerer Bücher und gehört keiner Partei an.

Birgitta Weber war bis 2025 Leiterin der Abteilung Fernsehen Inland des SWR und zugleich Redaktionsleiterin des ARD-Politikmagazins „Report MAINZ“. Sie moderierte zahlreiche Sendungen des SWR sowie Sondersendungen bei Großereignissen und Wahlen in der ARD. Heute ist sie als freie Journalistin und Moderatorin tätig.

15.45 Uhr Case Study

Roman Brodmann Preis 2026

Preisträgerfilm: Inside Gaza

Yann Ollivier ist Leiter von FACTSTORY DOCS, FACTSTORY FRANCE und deren Tochtergesellschaft FACTSTORY BELGIQUE, die zur AFP Group gehören. Nach mehr als 20 Jahren journalistischer Arbeit als AFP-Korrespondent in Berlin, Brüssel, Paris und Straßburg widmet er sich bei FACTSTORY vor allem der Produktion von Dokumentarfilmen in Krisenregionen. Ollivier ist Produzent von INSIDE GAZA, dem Gewinnerfilm des Roman Brodmann Preises 2026.

Katharina Thoms ist Journalistin für Radio, Online und TV. Seit 2025 ist sie Hauptstadtkorrespondentin bei Deutschlandradio (DLF, DLF Kultur, Nova). Ihre Podcast-Serie „Mensch Mutta“ wurde 2019 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

© Mahmud Hams/ AFP

17.00 Uhr Gespräch

Special Guest

Wim Wenders gilt als einer der Vorreiter des Neuen Deutschen Films und international als einer der wichtigsten Vertreter des Kinos der Gegenwart. Dreimal wurde er für einen Oscar® nominiert. Er schuf Meisterwerke wie PARIS, TEXAS (1984), DER HIMMEL ÜBER BERLIN (1987), BUENA VISTA SOCIAL CLUB (1999), PINA – TANZT, SONST SIND WIR VERLOREN (2011) und DAS SALZ DER ERDE (2014). Sein Werk umfasst neben preisgekrönten Spiel- und Dokumentarfilmen weltweit Fotoausstellungen sowie zahlreiche Bildbände, Filmbücher und Textsammlungen. Wenders war Juryvorsitzender der Internationalen Filmfestspiele von Cannes (1989), Venedig (2008) und Berlin (2026). Er hat den Vorsitz der Jury für den Europäischen Dokumentarfilmpreis, den das Haus des Dokumentarfilms und die Film- und Medienstiftung NRW 2026 erstmals vergeben.

18.00 Uhr

Europäischer Dokumentarfilmpreis

Haus des Dokumentarfilms und Film- und Medienstiftung NRW zeichnen Lebenswerk aus

Der Europäische Dokumentarfilmpreis ehrt das Lebenswerk von Persönlichkeiten, die mit ihrer filmischen Arbeit das Genre des Dokumentarfilms auf eigene und unverwechselbare Weise charakterisiert haben.
Der Europäische Dokumentarfilmpreis wird vom Haus des Dokumentarfilms und der Film- und Medienstiftung NRW 2026 erstmals vergeben. Er ist mit 15.000 Euro dotiert, gestiftet von der Film- und Medienstiftung NRW.
Über den oder die Preisträger:in entscheidet eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Wim Wenders. Ihr gehören zudem an: Nathalie Wappler (Medienmanagerin), Bettina Reitz (Film- und Medienmanagerin), Ulrike Becker (Journalistin), Hella Wenders (Regisseurin), Walid Nakschbandi (Geschäftsführer Film- und Medienstiftung NRW) und Eric Friedler (Geschäftsführer Haus des Dokumentarfilms).

19.00 Uhr

Freitag, 19.06.2026

10.15 Uhr 

Keynote

Günther H. Oettinger ist seit 2021 Präsident der EBS Universität. Zuvor war der Jurist und Volkswirt seit 2017 EU-Kommissar für Haushalt und Personal. Von 2014 bis 2016 hatte er das Amt als EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft inne, nachdem er von 2010 bis 2014 als EU-Kommissar für Energie, zuletzt auch als Vizepräsident der Europäischen Kommission, tätig war. Von 2005 bis 2010 war Günther H. Oettinger Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg und seit 1984 Mitglied des Landtages.

10.30 Uhr Panel

Zerfall der globalen Ordnung. Europa, was tun?

Rolf-Dieter Krause ist Fernsehjournalist. Von 2001 bis 2016 war Leiter des ARD-Studios Brüssel (WDR). 2012 wurde er für seine Berichterstattung zur Eurokrise „Journalist des Jahres“,  2017 wurde er mit der „Karlsmedaille für europäische Medien“ ausgezeichnet. Krause ist gegenwärtig als Publizist, Redner und Kommentator im öffentlichen Diskurs präsent.

Günther H. Oettinger ist seit 2021 Präsident der EBS Universität. Zuvor war der Jurist und Volkswirt seit 2017 EU-Kommissar für Haushalt und Personal. Von 2014 bis 2016 hatte er das Amt als EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft inne, nachdem er von 2010 bis 2014 als EU-Kommissar für Energie, zuletzt auch als Vizepräsident der Europäischen Kommission, tätig war. Von 2005 bis 2010 war Günther H. Oettinger Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg und seit 1984 Mitglied des Landtages.

Terry Reintke ist seit 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments und dort seit 2022 Ko-Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion. Sie war Spitzenkandidatin der deutschen und europäischen Grünen bei der Europawahl 2024. Reintke setzt sich in Europa für die Transformation zur klimaneutralen Industrie ein, für soziale Gerechtigkeit, demokratische Grundrechte und für die Gleichstellung der Geschlechter. Reintke hat Politikwissenschaften in Berlin und Edinburgh studiert.

Michael Roth ist Publizist und ehemaliger SPD-Politiker, der mehr als zweieinhalb Jahrzehnte in verschiedenen Ämtern deutsche Außenpolitik maßgeblich mitgestaltete. Unter anderem war er von 2013 bis 2021 Staatsminister für Europa beim Bundesminister des Auswärtigen. Von 2021 bis 2025 war Roth Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages. Nach seinem Rückzug aus der Berufspolitik widmet er sich heute primär seiner Arbeit als Autor und Kommentator. Er ist weiterhin ehrenamtlich engagiert, unter anderem als Aufsichtsratsvorsitzender des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze (ZIF).

Prof. Dr. Andrea Wechsler ist seit 2024 Mitglied des Europäischen Parlaments für die CDU. Seit Mai 2026 ist sie Generalsekretärin der CDU Baden-Württemberg. Die Juristin, Hochschuldozentin und Unternehmensberaterin engagiert sich vor allem für die Gestaltung eines föderalen Europas. Von 2013 bis 2024 war sie Professorin für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim, wo sie als Prorektorin auch strategische Entwicklungsinitiativen leitete. 

Rainald Becker war von 2009 bis 2016 stellvertretender Studioleiter und stellvertretender Chefredakteur Fernsehen im ARD-Hauptstadtstudio und moderierte u. a. den BERICHT AUS BERLIN. Von 2016 bis 2021 war er ARD-Chefredakteur sowie Koordinator für Politik, Gesellschaft und Kultur in der ARD-Programmdirektion in München. Zuletzt war Rainald Becker Chefkorrespondent des SWR und leitete in dieser Funktion das ARD-Auslandsstudio in Genf. Seit 2024 ist er als freier Journalist, Autor und Berater tätig.

© picture alliance/ dpa/ Frederico Gambarini

11.45 Uhr Case Study

Machtapparat und Widerstand

Russland im Krieg

Tristan Chytroschek ist ein mit dem International Emmy Award ausgezeichneter Filmemacher und Produzent, der in Großbritannien für die BBC und Channel 4 und in den Vereinigten Staaten für Discovery/TLC gearbeitet hat. Nach Stationen in London, Los Angeles, Mexiko-Stadt und Cordoba/Argentinien kehrte er nach Deutschland zurück. Von 2004 bis 2024 war er Produzent bei a&o buero filmproduktion und hat in dieser Zeit mehr als 80 international erfolgreiche Filme mitbetreut. Seit 2024 arbeitet er für Vincent Productions.

Portrait für Programm DOKVILLE 2024Dr. Gudrun Hanke-El Ghomri ist beim SWR langjährige Redakteurin für Dokumentarfilm und seit 2013 ARTE-Programmbeauftragte des SWR. In ihrer redaktionellen Verantwortung entstanden zahlreiche international koproduzierte und preisgekrönte Dokumentarfilme.

Portrait für Programm DOKVILLE 2024

Angelika Knop ist Journalistin, Dozentin, Trainerin und Moderatorin. Sie schreibt und spricht vor allem über Journalismus und Medien, Recht und Justiz, Wirtschaft und Frauenrechte. Für das Blog von Genderleicht & Bildermächtig hat sie zum Beispiel untersucht, wie Medien Frauen in Wirtschaft und Politik ins Bild setzen. Sie lehrt am Institut für Journalistik der Universität der Bundeswehr in München.

© Piraya Film / Vincent Productions

12.45 Uhr

14.30 Uhr

DOKVILLE Speed-Dating

Filmschaffende treffen Redaktionen

Nach der großen Nachfrage in den vergangenen zwei Jahren bieten wir im Rahmen von DOKVILLE 2026 erneut das Pitch-Format Speed-Dating an, bei dem Filmschaffende und Produzent:innen aus dem deutschsprachigen Raum die Möglichkeit haben, ihre aktuellen Projekte den Redaktionen unterschiedlicher Sender im direkten Austausch vorzustellen. Ob Doku, Doku-Serie oder abendfüllender Dokumentarfilm – alle dokumentarischen Formate konnten für den Pitch angemeldet werden

Folgende Redakteur:innen haben sich angekündigt:


Thilo Kasper ist als Teamlead Content-Strategy der ARD Mediathek zuständig für die Entwicklung neuer Dokumentations- und Reportageformate. Davor war er als Ressortleiter Video bei ZEIT ONLINE und als Videojournalist und Creative Producer unter anderem für funk tätig.

Sabine Brantus-Lauffer ist deutsch-französische Staatsbürgerin und seit fast 30 Jahren für ARTE tätig. Seit neun Jahren gehört sie der Wissensabteilung an, wo sie für verschiedene dokumentarische Programmplätze tätig ist, darunter Tier-, Natur- und Entdeckungsdokumentationen, Dokumentarserien sowie Jugendprogramme. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer aktuellen Arbeit liegt auf der Koordination des anthropologischen Sendeplatzes WUNDERWELTEN/ TERRES D’AILLEURS sowie der kulinarischen Reihe ZU TISCH/ CUISINES DES TERROIRS.

Tim Klimeš leitet die Abteilung Dokumentationen in der Deutschen Welle und verantwortet alle Dokumentations- und Dokumentarfilmplätze im Programm des Senders. DW Documentaries veröffentlicht 365 Dokumentationen im Jahr und erreicht über seine digitalen Streaming-Angebote in vier Sprachen (Englisch, Spanisch, Arabisch, Hindi) über 80 Millionen monatliche Abrufe.

Martina Launhardt ist Redakteurin in der Abteilung Politik & Wirtschaft beim Hessischen Rundfunk. Zuvor war sie als Reporterin und Redakteurin bei der Hessenschau sowie für die Formatentwicklung des ARD-Nachmittagsprogramms und serielle ARD-Formate tätig. Aktuell verantwortet sie das Format „Y-Kollektiv“ sowie das dazugehörige Geschichtsformat für junge Leute „Y-History“. Zuständig ist sie außerdem für verschiedene Reportageformate wie „7… Tage“ oder „Close Up“.

 

Thomas Beyer ist seit 2020 Redakteur für Dokumentarfilme in der MDR-Redaktion „Geschichte und Dokumentationen“. Er studierte Journalistik und Geografie und arbeitete als Autor, Producer und Dokumentarfilmer in Leipzig und Hamburg.

Timo Großpietsch ist Redakteur für Dokumentarfilme beim Norddeutschen Rundfunk. Er entwickelt und betreut dokumentarische Langformate für die ARD Mediathek und verantwortet beim NDR den wöchentlichen Sendeplatz für lange Dokumentarfilme. Zu seinen redaktionellen Projekten gehören u. a. MASTERPLAN – DAS POTSDAMER TREFFEN UND SEINE FOLGEN (2025), BORN TO BE WILD – EINE BAND NAMENS STEPPENWOLF (2024) sowie der Kino-Dokumentarfilm HEAVEN CAN WAIT – WIR LEBEN JETZT (2023).

Frido Essen ist ARTE-Beauftragter von radio bremen. Seit mehr als 20 Jahren ist er als Journalist für Kurz- und Langformate tätig, u. a. für Das Erste, ARTE, radio bremen, NDR, ARD-aktuell und WDR. Zudem hat er in verantwortlicher Position einen TV-Bereich bei der Deutschen Welle in Bonn konzipiert und aufgebaut. Frido Essen wurde mit dem Willi-Bleicher-Preis ausgezeichnet und u. a. für den Grimme-Preis, den Georg von Holtzbrinck-Preis sowie den Medienpreis für Luft- und Raumfahrt nominiert.

Rolf Bergmann ist Redaktionsleiter „Geschichte und Dokumentarfilm“ beim rbb. Sein Schwerpunkt sind historische Doku-Formate für den rbb und Das Erste. Zu den zahlreichen von Bergmann ko-produzierten Dokumentarfilmen gehören STIMMEN AUS DEM KRIEG – UKRAINE 2022 (2023), JEDER SCHREIBT FÜR SICH ALLEIN (2023), RIEFENSTAHL (2024), FRIENDLY FIRE (2025), PALAST DER REPUBLIK (2026) und CHRONOS – FLUSS DER ZEIT (2026). Außerdem ko-produzierte er den Spielfilm NUR EINE FRAU (2019) von Sherry Hormann über den Mord an der deutsch-kurdische Berlinerin Hatun Sürücü.

Christina Freiherr ist Head of Factual bei Sky Deutschland. Sie verantwortet die strategische Entwicklung und redaktionelle Ausrichtung der Factual Channel Brands Sky Crime, Sky Nature sowie Sky Documentaries und arbeitet zusammen mit ihrem Team eng mit der Sky Original Production Abteilung zusammen.

Simon Christen realisiert als Redakteur seit über 15 Jahren Dokumentarfilme fürs Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Zudem begleitet er als Produzent Autor:innen bei der Realisierung von Filmen und verantwortet Themen-Cluster im Bereich Doku und Reportage.

Joanna Gawronska ist als Digital-Redakteurin für die ARD Mediathek und Web-Kulturformate des SWR verantwortlich. Davor war sie als Redakteurin für Constantin Entertainment und das Content-Netzwerk funk (ARD & ZDF) tätig. Genres.e.

Katrin Grünewald arbeitet seit 1996 beim SWR, derzeit als Redakteurin in der Abteilung „Religion und Welt“. Vorrangig betreut sie dokumentarische Formate wie „Echtes Leben“ für die ARD Mediathek und Das Erste. Darüber hinaus war sie für den SWR u. a. für Factual Entertainment-Reihen verantwortlich. Sie hat langjährige dramaturgische Erfahrung in verschiedenen Genres.

Dr. Gudrun Hanke-El Ghomri ist beim SWR langjährige Redakteurin für Dokumentarfilm und seit 2013 ARTE-Programmbeauftragte des SWR. In ihrer redaktionellen Verantwortung entstanden zahlreiche international ko-produzierte und preisgekrönte Dokumentarfilme.


Ute Hoffarth ist Redakteurin in der ARTE-Redaktion des SWR. In dieser Funktion ist sie u. a. für Dokumentationen und Dokumentarfilme aus dem nicht-europäischen Ausland zuständig.


Hanspeter Michel ist Autor und verantwortet als Redakteur Dokus, Feature und Reportagen für den SWR und die ARD. Seit 1990 arbeitet er als Journalist, ab 1992 als Redakteur und Autor beim SWR, zunächst in der Landespolitik, der ARD-Unterhaltung und der Wirtschaftsredaktion.

Marcus Vetter ist Regisseur, Autor, Produzent und Redakteur des „Jungen Dokumentarfilms“ beim SWR und Mitbegründer der Filmperspektive GmbH. Der mehrfache Grimme-Preisträger ist Mitglied der Deutschen Filmakademie.

Portrait Programm DOKVILLE 2025

Jutta Krug ist Dokumentarfilm-Redakteurin im WDR. Von 1992 bis 2000 war sie für ARTE in Straßburg tätig. Sie gehörte zum Gründungsteam des Senders und hatte als Reporterin aus ganz Europa berichtet, bevor sie zum WDR wechselte. Filme aus ihrer Redaktion werden regelmäßig bei Festivals im In- und Ausland gezeigt und vielfach ausgezeichnet.

Britta Windhoff leitet seit 2017 die Redaktion WDR Doku, in der vor allem politische und gesellschaftspolitische Dokus und Doku-Serien für die Formate „ARD Story“, „Menschen hautnah“, „ARD Crimetime“ und Doku-Serien für die ARD Mediathek entstehen. Zur Redaktion gehört auch der YouTube-Kanal „WDR Doku“ und der Instagram-Kanal „Your Doku/ARD“.

Loren Awinja Müller ist seit 2023 als Redakteurin für „Das kleine Fernsehspiel“ und für funk, das Content-Netzwerk von ARD und ZDF, tätig. Sie betreut dokumentarische sowie Fiction-Projekte. Müller hat ihr Bachelorstudium in Publizistik und Politikwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz absolviert sowie ein Masterstudium in Redaktions- und Programmmanagement. Beim ZDF machte sie ihr Redaktionsvolontariat.

Eine Kooperation mit der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH und der Film Commission Region Stuttgart.

Nicht nur ‚die‘ Politik, sondern alle Institutionen, die sich den Prinzipien unserer Demokratie verpflichtet fühlen, müssen Antworten finden auf die radikale Infragestellung unserer Gesellschaftsform. In besonderer Weise tragen Medien ein erhebliches Maß an Verantwortung. Die Anstrengungen, die nicht-demokratische Kräfte unternehmen, um die Glaubwürdigkeit unabhängiger Medien zu diskreditieren, sind immens und schrecken auch vor gezielter Diffamierung nicht zurück.
Eric Friedler (Geschäftsführung und Programmplanung, HDF)