Hauptvisual "Spotlight on Docudays UA" (Docudays/DOK Leipzig)

DOK Leipzig 2022 zeigt ukrainisches Filmschaffen

Nach Festivals wie den Filmfestspielen von Cannes und dem Dokumentarfilmfestival Kopenhagen CPH:DOX zeigt sich auch DOK Leipzig solidarisch mit der Ukraine. Aufgrund des russischen Angriffskriegs konnte Docudays UA, das für Frühjahr 2022 geplante Internationale Dokumentarfilmfestival für Menschenrechte, nicht wie geplant in Kyjiw stattfinden. Mit „Spotlight on: Docudays UA 2022“ bietet DOK Leipzig ukrainischen Filmschaffenden eine Plattform, um ihre Filme zu präsentieren und sich mit der Branche zu vernetzen.

„Spotlight on: Docudays UA 2022“ @DOK Leipzig

Mit den Worten „Wir suchen eine Antwort auf die Frage, wie unsere Welt morgen aussehen wird“ war für Docudays UA ursprünglich ein Programm zum Thema „Brand New World“ angekündigt, das Themen wie die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die Klimakrise und die zunehmende Technisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche filmisch reflektieren sollte.

„Boney Piles“ von Taras Tomenko hätte das Festival eröffnen sollen – nun läuft dieser Film neben vier weiteren des nationalen Wettbewerbs in Leipziger Kinos: „Infinity According To Florian“ von Oleksiy Radynski (Deutsche Premiere), „Mountains And Heaven In Between“ von Dmytro Hreshko (Deutsche Premiere), „Plai. A Mountain Path“ von Eva Dzhyshyashvili (Deutsche Premiere) und „Pryvoz“ von Eva Neymann (Deutsche Premiere).

Filme erzählen vom Leben in der Ukraine

„Dies sind die einzigen Docudays UA-Filme , die wir vor Beginn der groß angelegten Invasion ankündigen konnten. Nicht alle handeln vom Krieg – und das ist aus unserer Sicht auch gut so. Denn diese Filme können das Publikum in die Ukraine, unser Leben und unsere Routinen eintauchen lassen“, kommentiert Darya Bassel, Direktorin der Branchenplattform DOCU/PRO. Sie erzählen beispielsweise vom urbanen Leben in Kyjiw und Odessa oder vom Rettungsdienst inmitten der Pandemie in ländlichen Gebieten. „Heutzutage sprechen wir viel über die Veränderungen, die unsere Gesellschaft braucht. Diese Filme werden sowohl uns als auch dem internationalen Publikum helfen, mehr zu verstehen als das, was in den Nachrichten zu sehen ist.“

Außerhalb des Programm-Specials „Spotlight on: Docudays UA 2022“ feiert zudem „Das Hamlet-Syndrom“ von Elwira Niewiera und Piotr Rosolowski seine deutsche Premiere bei DOK Leipzig. Der Preisträger des Roman Brodmann Preises, den das Haus des Dokumentarfilms 2022 erstmals vergeben hat, geht ins Rennen um den Publikumspreis.

DOK Industry Talk: „One Day In Ukraine“

Beim einem DOK Industry Talk wird eine gelungene Zusammenarbeit zwischen lokalen Produzent:innen und der BBC vorgestellt. Als Ausgangspunkt des Gesprächs dient eine Case Study zu „One Day In Ukraine“, die Igor Savychenko (Babylon 13) und Lucie Kon (BBC Storyville) präsentieren. „Ein wichtiges Werk, nicht nur, weil es die Geschichte eines Tages während des Krieges in der Ukraine erzählt“, so Lucie Kon, „sondern weil es ein Film ist, der von Ukrainer:innen gemacht wurde, die ihre eigenen Geschichten auf ihre Weise erzählen.“ Das Gespräch wird von Zane Balčus moderiert. Eine Teilnahme ist für akkreditierte Fachbesucher:innen möglich. Termin: DI, 18.10.22, 17:00 bis 17:45 Uhr, Zeitgeschichtliches Forum Leipzig.

Filmstill aus "One Day In Ukraine" (© Babylon 13)

Die 65. Ausgabe von DOK Leipzig findet vom 17.10. bis 23.10.2022 vor Ort in Leipzig statt und wird durch ausgewählte Online-Formate ergänzt. „Spotlight on: Dokudays UA 2022“ wird unterstützt vom Bundeskommissar für Kultur und Medien sowie dem Ukrainischen Instituts, dem Goethe-Instituts und dem Goethe-Institut im Exil.

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