Filmstill aus "Kinder der Krise": Josephine © Nicola Graef

„Kinder der Krise“: Filmporträt einer Generation 

Junge Menschen müssen sich mit Klimawandel, Rassismus und jetzt auch der Pandemie auseinandersetzen. Die Filmemacherin Nicola Graef (Lona • Media) begibt sich auf eine Reise durch Deutschland, um ihnen eine Stimme zu geben. Sie war im Gespräch bei DOKVILLE 2021.

Viele Fragen beschäftigen die junge Generation

Auf den heute 15- bis 25-jährigen jungen Menschen liegt eine große Last. Nicht nur der Klimawandel, Rassismus, Migration und Genderfragen beschäftigen sie, jetzt kommt auch noch die Corona-Pandemie dazu. Für diese Generation ist es eine besonders schwere Zeit, eine Krise jagt die nächste. Unsicherheit gehört zum Alltag. Der von Nordmedia geförderte Dokumentarfilm „Kinder der Krise“, der gerade für den NDR entsteht, geht den damit verbundenen Gefühlen auf den Grund. Dazu begleitet die Regisseurin Nicola Graef junge Menschen der Jahrgänge 1995-2010 in ihrem Alltag, und spricht mit ihnen über Ängste, Bedürfnisse, Wünsche und Ziele. „Kinder der Krise“ spiegelt die Erfahrungen der Generation wider.

„Kinder der Krise“: Ausschnitt aus der Generation

Filmstill aus

„Junge Menschen werden mit sehr vielen gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen konfrontiert“, sagt Filmemacherin Nicola Graef im Gespräch mit Astrid Beyer bei DOKVILLE. „Wir zeigen mit ‚Kinder der Krise‘ einen Ausschnitt aus der Generation. Man kann natürlich nicht alle über einen Kamm scheren.“ Im Dokumentarfilm kommen viele unterschiedlichen Protagonist:innen zu Wort. Das sei bewusst so gewählt, erklärt Nicola Graef. Menschen mit verschiedenen Geschlechtern und aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten sprechen im Film über die Dinge, die sie beschäftigen. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Porträt.

„Es kommen jedoch bewusst keine Geflüchteten im Dokumentarfilm vor”, erläutert Nicola Graef. „Sie haben traumatische und demütigende Erfahrungen gemacht. Ihre Biographien basieren auf grauenhaften Erlebnissen, die nicht im Verhältnis zu denen von Menschen stehen, die hier aufgewachsen sind.” Da sei nicht vergleichbar, wenngleich auch ein wichtiges Thema, das die Generation zudem beschäftigt. Eine Protagonistin im Film ist Josephine. Sie hat sich vor allem mit der „Fridays for Future”-Bewegung und Feminismus auseinandergesetzt. Dann kam Corona. Nun beschäftigen sie Themen wie Online-Unterricht, Abiturvorbereitung im Lockdown und Zukunftsängste. So wie es Josephine geht, geht es sehr vielen Gleichaltrigen.

Astrid Beyer, Kuratorin von DOKVILLE, führte das Gespräch mit Nicola Graef (Foto: Günther Ahner/HDF)
Dreh des Werkstattgesprächs mit Nicola Graef (Foto: Astrid Beyer/HDF))
Dreh des Werkstattgesprächs mit Nicola Graef von Lona • Media (Foto: Astrid Beyer/HDF)

Vertrauensverhältnis zu den Protagonist:innen

Nicola Graef findet es problematisch, wenn man in Dokumentarfilmen geskriptet vorgeht. „Die jungen Menschen sind so ausgewählt, dass sie kein Skript brauchen.” Zu den Protagonist:innen entsteht ein Vertrauensverhältnis. „Wir entscheiden gemeinsam, was thematisiert wird und mit was sich beide Seiten wohlfühlen”, so Nicola Graef bei DOKVILLE.

Am Ende werden im Film vermutlich sieben bis acht junge Menschen zu Wort kommen. Der 90-minütige Dokumentarfilm soll der Generation auf die Spur gehen und zeigen, mit welchen Fragen und Ängsten junge Menschen konfrontiert werden.

Dreh des Werkstattgesprächs mit Nicola Graef (Foto: Astrid Beyer/HDF))
Beim Dreh des Werkstattgesprächs in Berlin (Foto: Astrid Beyer/HDF)
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