Familie aus Cochabamba findet während der Corona Pandemie wieder zueinander

Corona DOKnews: „Die Welt jenseits der Stille“ im TV

Regisseur Manuel Fenn verwebt in „Die Welt jenseits der Stille“ zwölf Schicksale aus zwölf Ländern während des ersten Jahres der Corona-Pandemie. Nach Festivalteilnahme und Kinostart läuft die Doku am 4.10.21 (22:25 Uhr) als Erstausstrahlung auf 3sat.

Doku mit Blick auf persönliche Geschichten

Jenseits von Zahlen und Fakten fokussiert sich der Dokumentarfilm von Manuel Fenn ein Jahr lang auf seine Protagonist:innen. Und diese sind vielfältig: vom Ehepaar oder der alleinerziehenden Mutter über die Gastarbeiterin zum Schafhirten. „Die Welt jenseits der Stille“ verbindet Menschen aus London, Rom, Kuala Lumpur, New York, Cochabamba, Moskau, Rio de Janeiro, Nairobi, Berlin, Amazonien und Teheran. Entstanden ist eine Kontinent-übergreifende Komposition aus Alltagsgeschichten während des ersten Jahres der Corona-Pandemie, die 2020 ihren Anfang genommen hat.

Familie aus Cochabamba in Doku Welt jenseits der Stille

Der feine Unterschied: emotionale und authentische Alltagszenen  

„Die Welt jenseits der Stille“ bewegt sich zwischen Themen wie Einsamkeit, Beziehungskrisen, Systemrelevanz oder Abschottung. Doch vor allem zeigt die Doku, wie Menschen weltweit versuchen, aus der Krise etwas Gutes abzuleiten. Es sind persönliche und zugleich universelle Schicksale, die dem Zuschauenden Identifikationsmöglichkeiten bieten. Und das unterscheidet den Dokumentarfilm von anderen Produktionen über die Corona-Pandemie, wie Manuel Fenn im Interview mit 3sat Redakteur Udo Bremer erklärt: „Wir wollten uns abgrenzen von der Bilderflut überfüllter Krankenhäuser oder von Querdenker-Demonstrationen, die tagtäglich die Medien bestimmten, und stattdessen einen persönlichen, weniger journalistischen Zugang zum Thema finden.“

Corona-Pandemie in Berlin in Doku Welt jenseits der Stille
Berlin: Kung Fu-Meister Lie Chenyuan joggt durch die Stadt während des ersten Lockdowns.
Doku Corona-Pandemie die Welt Jenseits der Stille Amazonas
Amazonas: Zwei Indigene der Kuikuro beraten mit anderen Stammesführern wegen der Corona-Pandemie.

Entstehung der Doku „Die Welt jenseits der Stille“

Für Manuel Fenn und sein Produktionsteam (Sundayfilm) galt es, mit der Doku ein „globales Phänomen global abzubilden“ (3sat Interview). Doch die Reisebeschränkungen erlaubten es dem Team nicht, selbst zu reisen. Deshalb griff Fenn zusammen mit seinen Regie-Kollegen Michele Cinque und Andreas Pichler auf meist befreundete Regisseur:innen im Ausland zurück. Nach einem Jahr Drehzeit kamen rund 160 Stunden Rohmaterial zusammen, die zu einem Film verarbeitet werden mussten. Für die parallele Erzählung der zwölf Geschichten unterteilte der Filmemacher das Material mit Cutterin Antonia Fenn in mehrere Vorschnitte. „Dieser Prozess war äußerst kompliziert, da wir circa 40 Puzzleteile so arrangieren mussten, dass sie ein dramaturgisch schlüssiges, einzelnes Filmwerk ergeben“, so Manuel Fenn gegenüber 3sat.

Altenpflegerin in Rom in Doku Die Welt jenseits der Stille über die Corona-Pandemie
Rom: Sofia Maryniak steht im leergeräumten Zimmer der verstorbenen Seniorin, die sie Jahre lang gepflegt hat.
Rio de Janeiro ist betroffen von der Corona-Pandemie in Doku Die Welt jenseits der Stille
Rio de Janeiro: Menschenleere Strände während der Corona-Pandemie.

TV-Erstausstrahlung von „Die Welt jenseits der Stille“ auf 3sat 

Nachdem „Die Welt jenseits der Stille“ bereits auf dem DOK.fest München 2021 und in den deutschen Kinos zu sehen war, zeigt 3sat die Doku nun auch im Fernsehen. Die TV-Erstausstrahlung läutet den diesjährigen „Dokumentarfilmherbst“ ein und läuft am 4. Oktober 2021 um 22:25 Uhr. Beim Dokumentarfilmherbst präsentiert der Sender insgesamt 21 Dokumentarfilme, darunter bspw. das Programm zur 45. Duisburger Filmwoche. 

Nach Ausstrahlung ist die Doku außerdem bis 02.01.2022 in der 3sat Mediathek.

 
image_pdfAls PDF speichernimage_printDrucken
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter